Smartphones

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Habe ich nicht vor einer ganzen Weile schon darüber geschrieben, dass ich ungefähr um diese Zeit ein neues Smartphone kaufen wollte? Ja, ich glaube so war es. Was ich mehr zwischen den Zeilen erwähnte, war mein Plan auf das nächste iPhone zu warten – das erschien in der Vergangenheit immer im Juni – und da Apple eigentlich immer einen ganz guten Maßstab für die Technik der nächsten abgibt, dann ein neues Gerät und wohl auch einen neuen Vertrag abzuschließen.

Eigentlich ging ich damals davon aus, Mitte 2011 bereits schwach geworden zu sein und ein Google Nexus S zu besitzen.

Nun, das ist nicht passiert. Mein Vertrag lief zwar aus, aber ich benutze immer noch mein inzwischen ziemlich mürbes Motorola Milestone.

Ein neues iPhone gibt es immer noch nicht. Vermutlich kommt es im Herbst.

Tatsächlich hatte ich das Gefühl, dass Android sich nicht wirklich weiterentwickelt, sondern das nur immer neue Rekorde in der Geräteausstattung und der Unmenge von Funktionen gebrochen wurden – für mich entscheidende Punkte wie garantierte Updates vom Hersteller und teils stiefmütterlich behandelte Punkte wie zum Beispiel der schaurige Original-Musikteil oder die wacklige direkte Synchronisierung von Medien mit dem PC/Mac, ebenso wie die vergleichsweise mäßige Qualität von Apps, vor allem deren Stabilität- ließen mich zweifeln. Maps hat nicht abzustürzen, finde ich.  Einiges hat sich klar gebessert, keine Frage. Ich mag Android nach wie vor.

Darum finde ich es ganz erstaunlich, dass mir die Vorstellung von Apples iOS 5 so außerordentlich gut gefallen hat.

Erstens: Wenn man sich mit der herstellertypischen Überheblichkeit arrangieren kann, machen die das immer sehr unterhaltsam. Vor allem wenn man sich danach die Keynotes der E3 von Microsoft, EA oder Nintendo anschauen muss – die redeten über Spiele und neue Hardware.. und waren sterbenslangweilig.  Apple sprach über einen verbesserten Cloudservice und zwei Softwareupdates und ich habe die zwei Stunden ganz interessiert mitgelesen.

Zweitens: Apple hat scheinbar eine sehr klare Richtung, in die sie iOS für bereits jetzt existierende Smartphones verbessern wollen, nicht etwa für die übernächste Generation oder zukünftige Tablets.

Drittens: Die Neuerungen sind schamlos überall da zusammengeklau… von den Details inspiriert,die Mitbewerber es besser gemacht haben – und wirken dann ausnahmslos durchdachter, “fertiger” und nicht zuletzt deutlich hübscher und bedienbarer als alles auf dem Markt. Nichts davon erinnert an eine Beta, die vielleicht auch einmal europäische Benutzer erreichen könnte.

Man hat auf den Mitbewerber geschaut und gleichzeitig an all den ätzenden Anachronismen und Schwächen des iOS gearbeitet. Die Neuerungen sind nicht etwas so wichtiger Kram wie Unterstützung von Filmen als Hintergrundbildern oder von 3D-Kameras, sondern in vielen Fällen einfach konsequente Weiterentwicklung ohne viel Brimborium und dafür um so mehr Auge fürs Detail. Plus: Keine Widgets auf dem Homescreen. Danke, Apple.

Im September kommt es.  Wenn bis dahin kein ganz tolles neues Nexus mit direkten Updates von Google kommt… sieht es so aus, als könnte ich mich mit einem iPhone anfreunden – wenn das neue nicht vollkommen abstoßend wird.

Vor einem Jahr hätte ich das niemals erwartet. Ich hätte mich bei dem Gedanken vielleicht sogar ein ganz klein wenig geschämt, keine offenes OS zu benutzen.  Jetzt fühle mich irgendwie… gut dabei. Außerdem ein klein wenig unanständig.

Bildquelle: Mit freundlicher Genehmigung von Apple

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So ein Smartphone kann ja so ziemlich alles, abgesehen von Einkommenssteuererklärung machen und Kaffee kochen. Noch jedenfalls – ich bin mir sicher, bald steht da auch nur noch die Kaffeesache und auch die nur noch für ein paar Jahre. Die finden einen Weg.

Es gibt also Unmengen von Funktionen in diesen wirklich nützlichen, mehr oder weniger kleinen Geräten. Ich habe in der Vergangenheit immer viel Spaß damit gehabt, in der Theorie so ziemlich alle Computeranwendungen auch auf dem Telefon zu haben. Aber inzwischen bekomme ich immer mehr das Gefühl, auf viele Möglichkeiten auch gut verzichten zu können. Ich denke da zum Beispiel an:

  • UKW Radio im Handy. Ich höre sowieso relativ wenig Musik am Telefon und es ist Jahre her, dass ich mal das Radio in meinem Nokia N95 benutzt habe. Ein oder zweimal in der Dienstzeit dieses Gerätes. Danach habe ich es nie vermisst. Und falls doch: Es gibt Apps, die einem ermöglichen die Audiostreams so gut wie aller Radiosender über eine Datenverbindung zu hören.
  • Mobiles Office. Ehrlich, wer hat je wirklich Word oder Excel Dokumente unterwegs geschrieben? Es ist irgendwie cool, aber ich habe das nie gemacht. Eine gute Anzeigefunktion ist gut, um Email-Anhänge zu sichten; mehr brauche nicht nicht.
  • Spiele. Ehrlich? Ich habe auch meine paar Stunden Angry Birds gespielt und ein paar andere Spiele habe ich auch probiert, aber ich könnte auch vollständig auf sie verzichten. Dafür habe ich wirklich keine Zeit – und wenn ich Zeit habe, dann ist meistens auch ein Computer oder meine Playstation in der Nähe.
  • Im Betrieb austauschbare Speicherkarten (“Hot Swap”). Brauche ich auch nicht, wenn mein ‘Fon genug Speicher an Bord – als Erweiterungsoption ganz nett. Aber der microSD Steckplatz darf meinetwegen auch unter der Batterie liegen, mich kümmerts nicht. Ich habe nie schnell SD Karten im laufenden Betrieb wechseln müssen.
  • Austauschbare Akkus. Wer von euch hat in den letzten fünf Jahren einen neuen Akku für sein Telefon kaufen müssen? Die Technologie hat sich entwickelt und ich brauche in der Lebenszeit eines Smartphones eigentlich nur einen Akku – den mitgelieferten. Wichtiger für mich ist, dass dieser groß genug ist und mich entspannt durch den Tag bringt.
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Ich glaube man kann auch ohne viel Marktforschung sagen: Smartphones sind schon seit einer ganzen Weile im Mainstream angekommen; wer bereits vor einer Weile einen MP3-Player hatte ist inzwischen auch bei einem dieser praktischen akkufressenden Begleiter ausgestattet. Wer sich vor Jahren beständig gegen ein Mobiltelefon gewehrt hat, bemerkt nun bei jeder sich passenden Gelegenheit, dass für ihn ein Telefon nur telefonieren muss.

Keine Frage: Der hat auch bald eins. Am Ende noch von Apple. Ich weiß das, ich war mal dieser Typ.

Und ich schäme mich.

Wir sehen eine Menge Werbung im Fernsehen, jeder Technikmarkt hat in jeder Werbeoffensive mindestens eine Handvoll unglaublich billiger Alleskönnergeräte im Angebot. Die Netzbetreiber machen das mobile Internet tatsächlich beinahe erschwinglich, eine sehr praktische Sache. Leider sind scheinbar alle so damit beschäftigt immer mehr immer leistungsfähigere Smartphones zu entwickeln und zu verkaufen, dass offenbar niemand bemerkt hat, wie sehr die Leistung des mobilen Internet über UMTS/HSDPA zurückgegangen ist.

Ich – Bewohner einer größeren Stadt, dem Juwel Ostwestfalens1 – habe seit Wochen keinen zuverlässigen Internetzugang mehr. Habe ich früher noch meinen Freunden geraten, mir anstelle der gebürenpflichtigen SMS doch einfach eine kostenlose Email zu schicken, da diese genauso schnell ankäme und gern ausufernde Länge haben dürfe, so überlege ich mir das heute lieber zweimal. Die Nutzung von Instant Messengern wie ICQ oder MSN unterwegs ist de facto nicht mehr möglich. Noch schlimmer: Die Synchronisierung meines Kalenders erfolgt oftmals erst zuhause über das WLAN – und das trifft mich genau da, wo es wirklich weh tut, genau dort wo ich das Smartphoneding besonders hilfreich finde: In der Organisation meines Berufs- und Privatlebens.

Ich kann mich derzeit nur eingeschränkt auf mein Milestone verlassen und das wurmt mich enorm. Vielleicht sollten die Netzbetreiber auch ihre Breitbandnetze genauso schnell ausbauen wie sie neue Endgeräte (sic!) auf den Markt werfen, wie wär das?

  1. Entschuldigung, liebe Dortmunder []
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