Skype

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Beinahe möchte man ja schon etwas Mitleid mit dem Immer-noch-Marktführer aus Espoo bekommen: Nokia kündigt endlich ein wirklich vielversprechendes Flaggschiff für ihre N-Serie an, mit einem Touchscreen, einer Volltastatur, einem neuen Startbildschirm für das betagte Symbian S60 OS und … ansonsten eigentlich allem, was man überhaupt in einem Mobiltelefon einbauen kann. Abgesehen von einem Feuerzeug und einem Elektrorasierer. Allerdings haben sie auch Skype eingebaut – was Kunden freuen wird, Netzbetreiber allerdings weit weniger:

Nokia und Skype: Widerstand von den Providern:

“Die Idee ist für die Verbraucher schon ziemlich gut. Wenn man Skype auf seinem Mobiltelefon hat, kann man zumindest dort, wo man WLAN hat, die meist teuren Gebühren der Provider umgehen. Das gilt vor allem für Telefonate ins Ausland. Doch die Provider wollen die Idee nicht zulassen, denn hier geht es um teure Roaming Verbindungen, an denen diese gut verdiene”

(Via neuerdings.com.)

Nokias Legionen treuer Fans werden sicher so richtig glücklich über die Aussicht sein, wieder einmal nur ein entschieden verkrüppeltes Gerät zu bekommen, aber nach dem ähnlichen Problemen mit Nokias eigenem Musikshop hätten die Finnen es eigentlich besser wissen sollen: Die Provider haben ihre eigenen geldbringenden Konkurrenzangebote und so “sexy” wie das iPhone ist das N97 scheinbar auch nicht, um wie T-Mobile in die Knie zu gehen und iTunes zu akzeptieren.

Aber dann kam heute die folgende Meldung:

Nokia N97 wird ab Juni für 845 Euro verkauft:

“Das Nokia N97 ist ab sofort im Katalog des Online-Händlers Expansys gelistet. Es kann jetzt vorbestellt werden, die Auslieferung soll ab dem 23. Juni erfolgen. Der Preis ist heftig: 845 Euro soll man für das neue Top-Modell der Nserie bezahlen.”

(Via AreaMobile Mobilfunk-News.)

Klar: Das N97 hat eine Ausstattungsliste, die selbst kleingedruckt kaum auf einer DIN A4 Seite unterzubringen ist – aber das ist wirklich enorm teuer; selbst hoch subventioniert sollte das Gerät noch weit über dem nicht gerade billigen iPhone liegen.

Ich kämpfe seit Jahren mit dem Lockruf des iPhone und “zu teuer” war bisher immer noch die stärkste Waffe gegen einen neuen Knebelvertrag mit T-Mobiles Exklusivtelefon Nummer Eins. Ich widerstehe immer noch.

Eben dieses iPhone hat im letzten Juni eine Auffrischung bekommen und es spricht einiges dafür, dass es durchaus zeitgleich zum Launch des N97 in einer neuen Auflage auf dem Markt kommen könnte. Deutlich geschickter als Nokia verhielt sich Palm, die sich mit dem Pre preislich näher am iPhone orientieren wollen.

Nokia hat scheinbar erhebliche Probleme mit der schlichten Tatsache, nicht mehr der Innovator im Smartphone zu sein; eine Rolle die sie bei Licht betrachtet letztmalig mit der Einführung des N95 überzeugend ausfüllten.

Das war Anfang 2007.

Das N97 ist ein beeindruckendes, immer noch handliches Paket voller Funktionalität, alles auf einer bewährten Softwarebasis – mit Sicherheit eine mehr als nur respektable Leistung der finnischen Ingenieure. Aber es ist eben ein nur in Details verbesserter Aufguss alter Designphilosophien, mit etwas ‘Touch’-Mode verfeinert und ein paar Widgets obendrauf. Große Ideen werden aber schmerzlich vermisst.

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