Die Meldungen haben sich schnell überschlagen und Apples Entwicklerwebsite war dem Ansturm nicht mehr gewachsen: Das iPhone Update auf Version 3.0 liefert eine menge Funktionen nach, die Kritiker und Fans schmerzlich vermisst hatten:
- Copy&Paste – Text kopieren und einfügen. Ich brauchte es an meinen alten Smartphones vielleicht ein Dutzend Mal – über viele Jahre. Aber es wurde lautstark gewünscht und hier ist es.
- Modemfunktion fürs Notebook – solange die Netzbetreiber es erlauben. Man ist “im Gespräch” – viel Spaß mit T-Mobile, Apple.
- Schritt-für-Schritt Navigation per Maps – das ist eine feine Sache, leider muss man eventuell Karten dazukaufen, weil das die Google Lizenz scheinbar nicht erlaubt. Dennoch, eine gute Sache.
- MMS und generell aufgebohrtes Messaging. MMS wird vor allem die Netzbetreiber erfreuen, weil sich hier doch sehr gut verdienen lässt – in vielen Fällen auch die einzige Möglichkeit, direkt Bilder auf traditionelle Mobiltelefone zu schicken. Ach ja: Man kann nur mehr als ein Bild auf einmal versenden. Musste man das extra in so epischer Breite erwähnen, Apple?
Apropos breit – im Breitformat laufen nun deutlich mehr mitgelieferte Anwendungen. SMS lassen sich nun weiterleiten und mehr als eine Nachricht wird gleichzeitig selektierbar sein, z.B. zum löschen.
Der Kalender kann nun Einladungen schicken und empfangen, außerdem versteht er nun CalDAV und ICS-Formate, die er ggf. direkt aus dem Internet zieht. Nett. Ach ja Notizen/ToDo werden auch beim Einstöpseln in iTunes mit dem Mac syncronisiert. Warum erst jetzt? Das könnte man oft sagen.
- Bluetoothkrams wie eine einfache Verbindung zweier iPhones bzw. iPod Touches und vor allem die Unterstützung von Stereo-Audioübertragung z.B. für drahtlos-Kopfhörer.
- Globale Suche – wir Mac-User kennen das ja schon – durch alle Kontakte und viele Inhalte. Praktisch.
- Benachrichtigungen für Anwendungen, die gerade nicht im Vordergrund laufen – zum Beispiel Messengernachrichten – das hat ewig gefehlt und ist für mich das interessanteste Stück im Update. Superwichtig und supererfreulich. Allerdings muss ich sagen: Die Hinweise per Pop-Up Fenster während laufender anderer Anwendungen sind lästig und unterbrechen die Arbeit – das hat Palm im webOS zumindest im Konzept deutlich eleganter gelöst.
Dazu kommt noch ein Haufen neuer Funktionen für Entwickler, die nun sowohl Maps als auch angestöpselte Hardware direkt in ihren Apps verwenden können. Nett, für mich jetzt aber erstmal nicht so relevant.
Was ist dazu zu sagen? Apple hat bewiesen, dass sie nicht auf der faulen Haut liegen und sind sicher mit WebOS und Android auf Augenhöhe geblieben. Allerdings sehe ich auch, dass die Benutzeroberfläche z.B. bei Benachrichtigungen an seine Grenzen stößt; hier wird sich Apple auf die Dauer etwas einfallen lassen müssen. Ebenso: Kein Flash, keine Videoaufnahme. Nichts ist mit “Dateien per Bluetooth rüberschicken.”
Böse Zungen würden sagen, dass das iPhone so allmählich den Funktionsumfang von Symbian S60 oder Windows Mobile erreicht – aber das ist wirklich ein wenig unfair – Apple scheint sich immer ein wenig mehr Gedanken um sinnvolle Bedienung und praktische Anwendbarkeit zu machen als die Mitbewerber, was sich deutlich bemerkbar macht – nicht nur in den Verkaufzahlen, sondern z.B. auch in der tatsächlichen Nutzung des eingebauten Browsers.
Das Update ist ab jetzt verfügbar – für Entwickler. Alle anderen müssen bis Juni warten, wie gewohnt werden nur die iPod-Besitzer mit 9,95 zur Kasse gebeten.
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