Die Sache mit dem Netz

Ich glaube man kann auch ohne viel Marktforschung sagen: Smartphones sind schon seit einer ganzen Weile im Mainstream angekommen; wer bereits vor einer Weile einen MP3-Player hatte ist inzwischen auch bei einem dieser praktischen akkufressenden Begleiter ausgestattet. Wer sich vor Jahren beständig gegen ein Mobiltelefon gewehrt hat, bemerkt nun bei jeder sich passenden Gelegenheit, dass für ihn ein Telefon nur telefonieren muss.

Keine Frage: Der hat auch bald eins. Am Ende noch von Apple. Ich weiß das, ich war mal dieser Typ.

Und ich schäme mich.

Wir sehen eine Menge Werbung im Fernsehen, jeder Technikmarkt hat in jeder Werbeoffensive mindestens eine Handvoll unglaublich billiger Alleskönnergeräte im Angebot. Die Netzbetreiber machen das mobile Internet tatsächlich beinahe erschwinglich, eine sehr praktische Sache. Leider sind scheinbar alle so damit beschäftigt immer mehr immer leistungsfähigere Smartphones zu entwickeln und zu verkaufen, dass offenbar niemand bemerkt hat, wie sehr die Leistung des mobilen Internet über UMTS/HSDPA zurückgegangen ist.

Ich – Bewohner einer größeren Stadt, dem Juwel Ostwestfalens1 – habe seit Wochen keinen zuverlässigen Internetzugang mehr. Habe ich früher noch meinen Freunden geraten, mir anstelle der gebürenpflichtigen SMS doch einfach eine kostenlose Email zu schicken, da diese genauso schnell ankäme und gern ausufernde Länge haben dürfe, so überlege ich mir das heute lieber zweimal. Die Nutzung von Instant Messengern wie ICQ oder MSN unterwegs ist de facto nicht mehr möglich. Noch schlimmer: Die Synchronisierung meines Kalenders erfolgt oftmals erst zuhause über das WLAN – und das trifft mich genau da, wo es wirklich weh tut, genau dort wo ich das Smartphoneding besonders hilfreich finde: In der Organisation meines Berufs- und Privatlebens.

Ich kann mich derzeit nur eingeschränkt auf mein Milestone verlassen und das wurmt mich enorm. Vielleicht sollten die Netzbetreiber auch ihre Breitbandnetze genauso schnell ausbauen wie sie neue Endgeräte (sic!) auf den Markt werfen, wie wär das?

  1. Entschuldigung, liebe Dortmunder []
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